HD Ready, Full HD, wer blickt da noch durch?

Postproduktion ist Gestaltung!

Wer sein Video digital aufzeichnet, will es in der Regel im nächsten Schritt non-linear am Rechner bearbeiten. Digitale Aufzeichnungssysteme sind den analogen qualitativ vorzuziehen, da die Videodaten nicht neu komprimiert werden müssen. Hier finden Sie Tipps und Erklärungen, sowie Grundlagen für den digitalen Videoschnitt.

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HD Ready, Full HD, wer blickt da noch durch?

hd alles readyWas bedeuten die Logos "HD-ready", "HD-ready 1080p", "HD-TV", und "HD-TV 1080p"?


„HD ready“ heißt soviel wie „vorbereitet für hochaufgelöstes Fernsehen“. Das Logo bezieht sich dabei auf die Ausstattung eines Fernsehers. Es besagt aber nicht, dass das TV-Gerät automatisch eine gute Bildqualität liefert.

 

 


Genau so wichtig wie die Auflösung, ist die Videoelektronik in einem Bildschirm –
Auflösung ist nicht alles! So gibt es genügend Beispiele,   logo-der-eicta
wo das Bild mit einer Auflösung von 1024x768 Bildpunkten besser aussieht als an Bildschirmen mit einer Full-HD-Auflösung. Die Fernsehgeräte, die ein HD-Ready-Logo tragen erfüllen die Mindestanforderungen an einen HDTV-tauglichen Fernseher gemäss europäischem Industrieverband EICTA.

Der europäische Industrieverband EICTA (European Information, Communications and Consumer Electronics Technology Industry Association) hat sich in „ Digital Europe“ umbenannt.

 

 

Diese Voraussetzungen muss der Bildschirm für das Logo "HD-ready" erfüllen!

hd-ready-logo

Bildschirm:
Die minimale Auflösung des Bildschirms (z. B.  LCD oder Plasma) muss über 720 physische Zeilen im Seitenverhältnis 16:9 verfügen. Das bedeutet, der Bildschirm muss vertikal 720 Bildpunkte physisch darstellen können.

Videoeingänge, die vorhanden sein müssen:
- Analog: YUV (YPbPr) Komponenteneingang
- Digital: DVI oder HDMI Eingang HDCP-Kopierschutz
- Der DVI oder HDMI Eingang muss über den HDCP-Kopierschutz verfügen

Folgende HD-Videoformate müssen verarbeitet werden können:
- 1280x720 mit 50 und 60 Hz Progressive („720p“)
- 1920x1080 mit 50 und 60 Hz Interlaced („1080i“)

Kopierschutz: Viele Filme sind mit „HDCP“ gegen Vervielfältigung geschützt. Fernseher mit dem HD-ready-Logo können den Kopierschutz entschlüsseln. Kann der Fernseher kein HDCP, bleibt der Bildschirm dunkel. HDCP-verschlüsselte Filme werden per HDMI und per DVI übertragen, nicht aber über Scart-, S-Video- oder YUV-Kabel.

 

Diese Voraussetzungen muss der Bildschirm für das Logo "HD-ready 1080p" erfüllen

hd-ready-1080p-logo

Physikalische Auflösung:
- 1920x1080 Bildpunkte

Videoeingänge, die vorhanden sein müssen:
- Analog: YUV (YPbPr) Komponenteneingang
- Digital:  HDMI oder DVI mit HDCP-Kopierschutz

Overscan im Setup-Menü abschaltbar

Auflösungen, die über YUV unterstützt werden müssen:
- 720p (1280x720 Pixel progressiv)
- 1080i (1920x1080 interlaced) mit Frequenzen von 50 und 60 Hertz

Auflösungen, die über HDMI oder DVI unterstützt werden müssen:
- 720p (1280x720 Pixel progressiv)
- 1080i (1920x1080 interlaced) mit Frequenzen von 50 und 60 Hertz
- 1080p (1920x1080 progressiv) mit Frequenzen von 50 und 60 Hertz
- 1080p/24 Hz (24p) (1920x1080 progressiv)

 

Das spezielle "HD TV"-Logo für Bildschirme mit integriertem HDTV-Empfänger

hd-tv-logo

Auch für Sat-Receiver und in Bildschirmen integrierte HDTV-Empfänger wurde von der EICTA ein spezielles Logo, ähnlich dem "HD-ready"-Logo und ausschließlich für Empfänger eingeführt.

Die Vorgaben um das Logo tragen zu dürfen sehen folgendermaßen aus:

Sat-Receiver und in Bildschirmen integrierte HDTV-Empfänger müssen MPEG2 und MPEG4/H.264-Videosignale in 720p und 1080i wiedergeben werden können, wobei die EICTA ausschließlich die 50 Hz-Wiedergabe vorschreibt. Die HDTV-fähigen Geräte müssen auch mit einem "HD-ready" Bildschirmen kommunizieren können, also über einen YUV, DVI oder HDMI-Ausgang verfügen. Ebenso ist ein digitaler Audioausgang vorgeschrieben, wobei hier neben Toslink (Lichtleiter) bereits die Digital-Ton-Wiedergabe über HDMI vorgesehen ist. Verfügt ein Sat-Receiver oder ein Bildschirm mit integriertem HDTV-Empfänger über dieses Logo, ist er technisch optimal für den HDTV-Empfang vorbereitet.

 

Diese Voraussetzungen muss der Bildschirm für das Logo "HD-TV 1080p" erfüllen

hd-tv-1080p-logo

Für einen Bildschirm, der das "HD-TV 1080p"-Logo trägt, zählen die gleichen Bedingungen wie oben "HD-ready 1080p", zusätzlich muß der im Bildschirm integrierte HDTV-Sat-Empfänger DVB-S und DVB-S2-Signale verarbeiten und in 720p/1080i an das Display weiterleiten können. Für eingebaute Kabel-Receiver ist der Empfang von DVB-C Pflicht. Weiter muß die Dekodierung von MPEG-2 und MPEG-4/AVC unterstützt werden. Auf Seiten des Tons muß mindestens ein Stereo- und ein digitaler SPDIF-Ausgang am Gerät vorhanden sein. Über HDMI muß der Ton mindestens als PCM-Ton ausgegeben werden, AC-3 Ton nur optional.

full-hd-1080-logo

Zusätzlich sind die einzelnen Hersteller vor allem bei der Logo-Kreation sehr einfallsreich. Das oben gezeigte goldene Logo sagt einfach nur aus, dass der Bildschirm ein Full-HD-Panel besitzt und 1080p-Signale annehmen kann. Eine 24 Hz-Signalverarbeitung wird nicht zugesichert. Also Achtung, wenn Sie die vielen Logos auf den Bildschirmen sehen, eine 24 Hz-Garantie liefern diese nicht. Zumindest hier liefert das EICTA "HD-ready 1080p"-Logo ein wenig mehr Sicherheit.
Im Übrigen ist ein Gerät, das lediglich mit einer Full-HD-Auflösung wirbt auch nur ein "HD-ready" Bildschirm, solange es die zuvor genannten "HD-ready 1080p"-Kriterien nicht erfüllt. Alle anderen Logos auf den Bildschirmen sind Eigenkreationen der Hersteller, die eben nur besondere Merkmale hervor heben. Es gibt aber auch durchaus Bildschirme im Markt, die nur das "HD-ready"-Logo tragen und dennoch die Kriterien des "HD-ready 1080p"-Logos erfüllen. Sie sehen schon, verworrener geht es nicht mehr.
Achten Sie vor dem Kauf unbedingt auf eine korrekte 24 Hz-Verarbeitung. So kann es passieren, dass bei Bildschirmen zwar mit der Unterstützung von 24 Hz-Signalen (leider oft falsch mit 24p bezeichnet, die korrekte Bezeichnung lautet "1080p/24Hz") geworben wird – also der Möglichkeit einer ruckelfreien Darstellung von HD-Bildern auf  Blu-ray oder HD-DVD – die Geräte intern mit den 24 Hz-Signalen aber wieder einen Pulldown bzw. eine 60 Hz-Wandlung durchführen, was dann aber wiederum keine komplett flüssige Darstellung der Bilder mehr ermöglicht.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 22. Januar 2011 um 23:49 Uhr